Bebelplatz

Geht man als Fußgänger “Unter den Linden” entlang, nimmt man den Bebelplatz meist erst im zweiten Augenblick wahr, denn die umliegenden Gebäude der Alten Bibliothek und des Prinzessinnenpalais ziehen mit ihrer imposanten Fassade zunächst alle Blicke auf sich. Und weiter hinten “lugt” zwischen zwei Gebäuden auch noch die auffällige Kuppel der St. Hedwigs-Kathedrale hervor. Oft erst auf den zweiten Blick fällt die Struktur der Pflasterung des Bebelplatzes auf und lenkt den Blick auch auf den Boden. Es bildet die zentrale Achse des früheren Forum Fridericianum aus “Palais des Prinzen Heinrich” (dem heutigen Hauptgebäude der Humboldt-Uni), der Bibliothek (der heutigen Alten Bibliothek) und dem Opernhaus.

Alsbald bemerkt man auch eine Stelle auf dem Platz, an der Passanten stehenbleiben und nach unten schauen. Hier hat der israelische Künstler Micha Ullman eine Installation in den Boden eingelassen, die an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten erinnert. Durch eine durchsichtige Platte im Boden schaut man in einen unterirdischen Raum, der ausschließlich aus leeren, weißen Bücherregalen besteht.

Bei der Bücherverbrennung im Jahr 1933 hatten zahlreiche Studenten, Professoren und Mitglieder von SA und SS Bücher verbrannt, die sie als “undeutsch” bezeichneten. Darunter befanden sich Werke von Autoren wie beispielsweise Erich Kästner, Heinrich Mann, Sigmund Freud, Karl Marx und Kurt Tucholsky.

Seit Dezember 2004 befindet sich unter dem Platz zudem eine Tiefgarage, die Platz für über 450 Fahrzeuge bietet.

Foto: Quid pro quo (bei Wikipedia) / Creative Commons – Lizenz CC BY-SA 3.0


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